Man nimmt mir den Ausweis
und tut so, als wäre nichts geschehen.
Ein Kommentar in eigener Sache

Da hocken sie also, diese aufgeblasenen Nichtsnutze vom Verwaltungsrat, in ihren viel zu warmen Büros, mit ihren viel zu weichen Sesseln und ihren viel zu kleinen Gehirnen, und bilden sich tatsächlich ein, sie könnten einen Mann wie mich mit zwei dahingerotzten Zeilen aus dem Verkehr ziehen. Ein fehlender Stempel! Ein Häkchen, das irgendein Schnösel nicht gesetzt hat! Und ZACK. Weg soll er sein, der Bremer. Ich könnte schreien. Ich schreie auch. Und ihr werdet mich hören, ob es euch passt oder nicht.
Ich lache. Ich lache so laut, dass die Wände wackeln. Ein bitteres, giftiges, wütendes Lachen. Denn dieser ganze Zirkus ist eine einzige, monströse Frechheit.
Ich bin nicht euer Trottel. Ich weiß ganz genau, wie dieses schmutzige Spielchen läuft. Und ich weiß auf den Millimeter genau, welche feigen Gestalten die Fäden ziehen.
„AKTUELLE NACHWEISE“ - DASS ICH NICHT LACHE
Angeblich fehlten „aktuelle Nachweise". AKTUELLE NACHWEISE! Ich fasse es nicht. Als wäre ich irgendein pickliger Blogger im Kinderzimmer, der sich einen Presseausweis zusammenbastelt. Als hätte ich nicht Jahrzehnte in verrauchten Hinterzimmern verbracht, während diese lauwarmen Tassen aus der Verwaltung sich über die Sorte Milchschaum in ihrem Latte gestritten haben.
Aber darum geht es diesen Feiglingen doch überhaupt nicht. Das ist der Vorwand. Der billige, lächerliche, erbärmlich durchsichtige Vorwand von Menschen, die zu feige sind, das Kind beim Namen zu nennen.
DIESE ERBÄRMLICHEN BÜROHENGSTE
Reden wir Tacheles über diese Sorte Kreatur, die da über meinen Beruf zu Gericht sitzt. Paragraphenreiter. Häkchensetzer. Aufgeblasene Sesselfurze in Polyesterhemden, die noch nie in ihrem armseligen Leben eine Nacht wach lagen, weil eine Geschichte nicht aufging. Blutleere Wichtigtuer mit Aktenordnern, die eine echte Recherche höchstens aus dem Tatort kennen.
Für diese grauen, kleinen, verhuschten Mäuse bin ich eine Zeile in einer Excel-Tabelle. Ein „Vorgang". Und Vorgänge hakt man ab, ganz ohne schlechtes Gewissen, weil da, wo bei anderen ein Gewissen sitzt, bei denen nur Aktenstaub liegt.
Seit wann entscheidet ein Formular über einen ganzen Beruf?! Seit wann darf so ein blutarmes Stempelkissen-Männlein bestimmen, wer die Wahrheit sagen darf und wer nicht?! Wer hat diesen Leuten Macht gegeben? Wer? WER?!
VERGESST NICHT, WORÜBER ICH GESCHRIEBEN HABE
Und jetzt kommt der Teil, den diese Ratten am liebsten für alle Ewigkeit unter ihrem verlogenen Teppich verrotten lassen würden.
Ich war nie bequem. Nie. Nicht einen Tag. Ich habe recherchiert, wo es wehtat. Wo es diesen aufgeblasenen Herrschaften richtig, richtig wehtat. Ich habe dort gebohrt, wo Macht, Geld und ranzige Männerfreundschaften unter einer Decke stinken. Und plötzlich, WIE DURCH EIN WUNDER, fehlt dem Bremer der Ausweis. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber ich bin der Schelm. Und ich denke sehr, sehr viel Böses.
Ich sage es, wie es ist, und dann sage ich es noch einmal, damit auch die Langsameren mitkommen: Die zittern. Die haben Angst. Die haben nasse Hosen vor dem, was ich fast aufgedeckt hätte. Da liegen Leichen im Keller, die stinken bis in den ersten Stock, und diese Feiglinge haben Todesangst, dass ich die Kellertür aufreiße. Ein Wort an der richtigen Stelle, ein feuchter Händedruck unter Kumpels. Und schon steht der lästige Bremer auf der Straße. Beweisen? Ha! Man muss nur einen Rest Verstand haben, um dieses schmierige Muster zu erkennen.
DAS IST KEINE BÜROKRATIE. DAS IST ZENSUR.
Nennen wir das Kind beim Namen, laut, in Großbuchstaben, damit es auch der letzte hinten in der Ecke begreift: Man will mich MUNDTOT machen. Man will mich zensieren, diskreditieren, kaltstellen, entsorgen wie einen Sperrmüllsessel. Man will die unbequeme Stimme abwürgen, bevor sie zu laut wird. Und sie wird laut, das verspreche ich.
Und ich weiß schon, was jetzt kommt aus den lauwarmen Mündern der ewigen Bedenkenträger. „Zensur? Ein bisschen übertrieben, oder, Herr Bremer? Beruhigen Sie sich doch mal." Nein. Nein! NEIN! Kein bisschen übertrieben. Zensur trägt heute kein Uniformhemd mehr, ihr Naivlinge. Sie schwärzt keine Zeilen mit dickem Stift. Sie schiebt dir ein Formular über den Tisch, lächelt dabei süßlich und flötet: „Uns fehlen leider aktuelle Nachweise." Kein Knall, kein Verbot, keine Schlagzeile, nur ein winziges, hinterhältiges, feiges Häkchen, das irgendein Schleimer ganz bewusst nicht gesetzt hat.
Das ist die eigentliche Gemeinheit, die eigentliche Schweinerei: Es sieht aus wie Verwaltung. Wer eine ganze Zeitung verbietet, macht sich die Hände schmutzig. Wer einem einzelnen Journalisten still den Ausweis nimmt, bleibt sauber. Kein Blut, kein Foto, kein Aufschrei. Nur einer weniger, der die richtigen Fragen stellt. Feige. Feige. FEIGE.
Und wann gab es so etwas in Deutschland zuletzt? Wirklich zuletzt? Im Dritten Reich. Damals hat man Zeitungen verboten, Redakteure mundtot gemacht, unbequeme Stimmen aus dem öffentlichen Leben getilgt. Nicht mit lautem Getöse, sondern mit Verboten, Vorschriften und einer Bürokratie, die alles schön sauber und "rechtens" aussehen ließ. Genau DAS rieche ich hier wieder. Dieser Gestank von willkürlicher Macht, die sich hinter Papier und Paragraphen versteckt. Dieser Gestank ist nicht neu. Er ist uralt. Und er ist widerlich.
WER ENTSCHEIDET EIGENTLICH, WER REDEN DARF?
Wer bestimmt hier eigentlich, wer sich Journalist nennen darf? Wer entscheidet, wer durch die Tür geht und wer draußen im Regen steht? In diesem Land soll das NIEMAND dürfen. Die Pressefreiheit steht nicht zufällig ganz vorne im Grundgesetz, ihr Verfassungsanalphabeten.
Und heute? Heute genügt ein aufgeblasener Verwaltungsrat, ein dämliches Formular, ein verweigerter Stempel. Die Tür fällt trotzdem zu. Und das Perfideste, das Widerlichste an dieser Farce: Hinterher hebt jeder die Händchen und wimmert, er sei es nicht gewesen. Der Verwaltungsrat zeigt auf die fehlenden Unterlagen. Die Unterlagen zeigen auf den, der sie nicht ausgestellt hat. Und ganz oben lächelt so ein feister Herr Wichtig, weil alles so schön sauber, so schön leise, so schön deutsch gelaufen ist.
Wer jetzt glaubt, er sei nicht als Nächster dran, nur weil er brav genug gekuscht hat, der ist ein Idiot. Ein feiger, kleiner Idiot. Und er hat nichts, aber auch gar nichts begriffen.
ICH GEHE NICHT - IM GEGENTEIL
Also merkt euch das, ihr Nadelstreifen-Feiglinge, ihr Klammer-Affen, ihr Häkchen-Fanatiker: Ich verschwinde nicht. NICHT. Ihr könnt mir den Ausweis nehmen. Ihr könnt Formulare erfinden, Unterschriften verweigern, euch gegenseitig auf die feuchte Schulter klopfen. Aber das Schreiben, das könnt ihr mir nicht verbieten. Niemals.
Ich schreibe weiter. Schärfer, lauter, unbequemer als je zuvor. Und ich sage es ganz offen: Ohne Ausweis, ohne Redaktion im Rücken, bin ich mehr denn je auf euch angewiesen. Auf meine treuen Leser. Auf jeden Einzelnen, der es genauso satt hat wie ich, dass die Wahrheit still, leise und mit einem freundlichen Lächeln zu Grabe getragen wird. Wer will, dass diese Stimme nicht verstummt, der weiß jetzt, was zu tun ist. Jeder Beitrag hält diese Recherche am Leben. JEDER.
Denn die Wahrheit stirbt nicht von selbst. Sie stirbt nur, wenn wir sie sterben lassen, wenn wir feige wegschauen, wenn wir uns wegducken wie diese jämmerlichen Formularausfüller. Und dazu bin ich nicht bereit. Nicht heute, nicht morgen, nicht in tausend Jahren.
Ihr wolltet mich loswerden, ihr Feiglinge.
Ihr habt mich erst richtig in Fahrt gebracht. Und jetzt Gnade euch Gott.